Die ruhigeren Tage in der kalten Jahreszeit werden nicht nur mit sauber machen oder aufräumen auf der Hofstelle verbracht, sondern auch auf dem Feld. In der Zweit vom 1. Oktober bis Ende Februar ist es möglich Feldränder und Wege zu verschneiden. Mit Hilfe von Hochentaster und Holzhacker können überstehende Äste sicher entfernt und verarbeitet werden.
Bis vor wenigen Jahren konnten die produzierten Hackschnitzel im Heizkraftwerk in der Nähe verkauft und verarbeitet werden. Die Erlöse sind Kindergärten und Vereinen in der Nähe zugute gekommen
Jedoch sind durch die vielen Stürme, wie Frederike im Winter 2018, die Preise stark gefallen. Es lohnt sich nicht mehr die Ware abzuliefern. Deshalb werden, wie auf den Bildern zu sehen die Hackschnitzel vor Ort gelassen. Schade drum.
Die Frühjahrsaussaat ist vorerst beendet. Sommergerste, Erbsen, Zuckerrüben und die Blühflächen sind bereits aufgelaufen. Die Kartoffeln sind gelegt.
Es ist Zeit für den Pflanzenschutz im Frühjahr.
In den letzten Tagen hat das Getreide seine Halmstabilisierung erhalten. Dies ist wichtig um die Pflanzen wiederstandsfähig gegen Unwetter zu machen, die in den vergangenen Jahren merklich extremer geworden sind. Wie im unteren Video gezeigt, gelingt dies jedoch nicht immer. Letztes Jahr war der Durum zu 90% im Lager. Das erschwert die Ernte und mindert die Qualität deutlich.Die vergangene Saison konnte fast nur Futter geerntet werden.
Bei einer Flurbesichtigung ist aufgefallen, dass sich der Gelbrost bereits im Bestand etabliert hat. So musste die Halmfestigung mit einer Fungizidbehandlung kombiniert werden. Hier nimmt man Azolwirkstoffe, die auch bei Hautpilz benutzt werden. Gelbrost tritt normalerweise nur nach milden Wintern auf, da die Dauersporen nicht kaputt frieren. Deshalb ist er eher überraschend gekommen. War der Winter doch sehr frostreich und lang. Mit einer weiten Fruchtfolge gelingt es nicht den Pilz zu bekämpfen. Als Wirtspflanzen dienen fast alle Süßgräser und die Verbreitung erfolgt über den Wind. Der Behandelte Durum steht nach Erbsen und Zuckerrüben und soll später als hochwertiges Gries für Riesaer Nudeln verarbeitet werden.
Beim Pflanzenschutz wird auch der N- Sensor verwendet. Dieser kann dünne, lückige Bestände von Dicken unterscheiden und danach die Ausbringmenge variieren. Das erlaubt eine optimale Verteilung der Mittel. Der Sensor ist seit mitlerweile drei Jahren im Einsatz und es lässt sich feststellen, dass man bis zu 15 % weniger Pflanzenschutzmittel braucht.
Traditionell werden solche Arbeiten in den Abend und Nachtstunden erledigt, da zu dieser Zeit keine Verdunstung und starker Wind herscht, der zu Abdrift führt. Für einen verantwortungsbewussten Umgang ist dies essentiell.
Jedes Jahr ist anders, so auch 2018. Konnte im Januar die Zeit genutzt werden, um sich den Feldränder und Wegen zu widmen wurde im Februar die Zeit zwischen dem unbeständigen Wetter mit Frost Bodenproben gezogen. In den vergangenen Jahren konnte bereits Ende Februar der Raps gedüngt werden und mit Beginn des Frühlings Anfang März die Erste Saat in den Boden gebracht werden.
Dieses Jahr hat mit einem sehr langen Winterwetter die Feldarbeiten um etwa vier Wochen nach hinten verschoben. Die erwarteten Auswinterungen mit Kahlfrost von bis zu -15°C haben sich - Gott sei Dank - nicht bewahrheitet.
Erst Anfang April konnte mit der Sommergerstenaussaat begonnen werden. Darauf folgten die Erbsen und zum Schluss die Zuckrrüben. Mit über 25 % Sommerungen im Betrieb hat sich die Aussaat als sehr anspruchsvoll erwiesen. Auch im Bezug auf das Ertragspotenzial gesehen, da die verbliebene Vegetationszeit kaum Zeit zum Bestocken lässt. Der Langtag beginnt und die meisten Kulturen fangen an zu Schossen.
Die Ernte 2017 begann etwas früher als normal - am 6. Juli - mit der Wintergerste. Diese brachte durchschnittliche Erträge. Im Anschluss war der Winterdurum geplant. Der war jedoch im Stroh noch nicht reif. Auch die Körner waren an etwa 30 % des Schlages noch nicht reif und befanden sich teilweise in der Teigreife. Relativ schnell zeigte sich aber, dass die Erbsen eine passende Feuchte von 15 % hatten und am 19. Juli gedroschen werden konnten. Sortenunterschiede haben sich in diesem Jahr vor allem in der Standfestigkeit gezeigt. Wir waren froh, vor dem großen Regen, der am 20. Juli begann, die Erbsen vom Feld zu haben.
Neben der Sommergerste konnte auch der Raps nach Regenschauern früher als Weizen gedroschen werden, da diese beiden Kulturen schnell abtrockneten. Die Weizenernte konnte am 7. August erfolgreich beendet werden. Trotz des unbeständigen Wetters war es uns möglich, fast täglich über 30 Hektar vom Feld zu "stehlen".
Ein großer Dank geht an unsere Mitarbeiter, die immer motiviert vollen Einsatz gezeigt haben. Bedanken möchten wir uns auch beim Agroservice Mertendorf und seinen Mitarbeitern, die uns bei der Erntelogistik wieder tatkräftig zur Seite standen.
Die Ernte 2017 hat noch nicht richtig angefangen, zeigt sich aber als besonders anspruchsvoll. Milde und feuchte Luft verhindert ein rasches Trocknen der Bestände. Die Tagesdruschleistung liegt oft nur zwischen Kaffeetrinken und Sonnenuntergang.
Druschfrüchte können nur unter einem bestimmten Feuchtegehalt länger gelagert und somit geerntet werden. Bei Getreide geht man von 14,5 % und bei Raps von 9 % aus. Wird mit einer höheren Feuchte gedroschen, muss dann meist aufwendig und teuer getrocknet werden.
Dieser Umstand zwingt uns dazu, auf mehreren Feldern zu "probieren" und auch öfter am Tag die Fruchtart zu wechseln. So kommt es vor, dass man vom Durum zur Gerste und dann wieder zum Raps wechselt.
Traditionell beginnt die erste Bodenbearbeitung mit dem Stoppelsturz. Dieser dient dazu, das verbleibende Stroh einzuarbeiten und für eine gewisse Rotte zu sorgen.
Der Mähdrescher arbeitet nie ganz verlustfrei. Ein Teil des Erntegutes wird nicht ausgereinigt und über den Häcksler oder Spreuverteiler auf der Stoppel wieder verteilt. Durch eine flache Bodenbearbeitung kann man die Samen zum Keimen anregen, damit sie nicht später in der nachfolgenden Kultur stören und vorher beseitigt werden können.
Auch kleine Unkräuter, die sich unten im stehenden Bestand befinden, können so bekämpft werden, bevor sie durch das nun fehlende, stehende Getreide wieder genug Licht zum Wachsen bekommen.
Ein sehr wichtiger Punkt ist auch, die über die Vegetation entstandene Kapilarität zu brechen. Wasser ist in unserer Region ein knappes Gut. Schon nach der Ernte beginnt der Acker wieder seine Vorräte für die nächste Saison aufzufüllen. Deshalb ist es wichtig, so wenig wie möglich davon zu verlieren. Jede Bodenbearbeitung führt zu einer Verdunstung von Wasser. Lässt man die Stoppel aber frei liegen, führt das ebenfalls dazu. Eine flache Bearbeitung unterbricht die Kapilarität und stoppt diesen Prozess.
Wie im Video unten zu sehen, wird bei uns für diese Arbeit eine sechs Meter breite Scheibenegge eingesetzt. Unser Praktikant scheibt die Wintergerstenstoppel. Im nächsten Jahr wird es im Mai hoffentlich gelb blühen!